BASTA! Tag 3 Keynote: Why Software Sucks
… and What You Can Do About It
Diese Keynote ist eine sehr unterhaltsamsten: David S Platt (http://www.rollthunder.com/) geht mit sehr viel Humor in diese Keynote. Jeder zweite Satz sorgt für Lacher im Publikum.
Der Usability Experte beginnt mit einer Darstellung der unbeliebtesten Branchen in der USA, mit dem Resultat: “Anwender hassen uns (Softwareentwickler) mehr als die Gebrauchtwagenhändler ;-)” Und stellt die Frage warum das so ist.
Ich stelle hier einfach mal ein paar Markante Aussagen von Platt wieder, da man diese Keynote eigentlich selber sehen muss.
Platt’s First, Last and Only Law of User Experience Design: Know Thy User For He Is Not Thee
“The user is not you” ist eine Aussage die Platt im Laufe der Keynote immer wiederholt und z. B: mit folgenden Zahlen belegt:
Nur 5% Entwickler sind weiblich; in der US Bevölkerung gibt es aber 52% Frauen die Software anwenden. Daraus ist zu schließen, dass 47% der männlichen Entwickler für Frauen entwickeln. Wie soll das gut gehen? “The user is not you”
Eine Interessante Frage, die vom Publikum erst nach einem Hinweis beantwortet werden konnte: “What is your customer buying?” Der Kunde kauft eine Idee, eine Vorstellung, einen “Traum” und bekommt vom Softwareentwickler lediglich etwas mit dem er sich den Hintern abwischen kann.
Alle User von Software wollen, laut Platt, das gleiche: “I just want it to work.” Platts Empfehlung an die Softwareentwicklung: “Make it just work!”. Es sind weniger Features zu implementieren die funktionieren, statt viele die der User nicht bedienen kann. Ein Feature das der User nicht bedienen kann ist ein Feature das nicht funktioniert. Wir ENtsickler sollten den User nicht zwingen irgendwelche Features auf irgend eine bestimmte Art zu benutzen um Seiteneffekte zu vermeiden. Wir sollten dem User Features anbieten die nur das tun was sie tun sollen und schon gar keine Seiteneffekte haben.
ALs schlechtes Beispiel nannte er die Menubar in einer älteren MS Word Version die sich versehentlich aus der Anwendung ziehen lassen kann, so das man eine floatende Menubar erhält. Das herausziehen der Menubar ist ein Feature, das man an dieser Stelle nicht benötigt und sogar eher hindernd ist.
Als gutes Beispiel nannte er Google, das es schafft das Herkunftsland des Anwenders zu bestimmen und die Sprache entsprechend zur Verfügung stellt. Demgegenüber nannte er UPS.com als schlechtes Beispiel, wo man als User – egal in welchem Land man sich befindet – erst mal sein Land in einer Dropdown Box suchen muss, im Extremfall mehrere Klicks benötigt um in der riesen Liste sein Land zu finden. Gibt man statt dessen seine UPS-Paketverfolgungsnummer bei Google ein, erhält man auf Anhieb die Gewünschte UPS Seite in seiner Sprache…
Ein weiteres böses Beispiel war die Auswahl auf einem Installer einer Backup-Software: Man konnte auswählen, ob man die Installation “normal” oder “einfach” haben will…
Der Besuch dieser Keynote hat sich auf alle Fälle gelohnt :-)