Community, Consumity, Überangebot und Mainstream
Am Wochenende beim .NET Open Space Süd, schlug ich das Thema Community vor, aber mit dem Sinn, zwei Vorschläge für die Community einzubringen um diese für weitere Personen interessant zu machen.
Der erste Vorschlag betraf eine Regionale Vernetzung von Usergroups und der zweite Vorschlag betraf den Community MVP, den ich hier bereits borgeschlagen hatte.
Mein erster Vorschlag wurde ergänzt von Kostjas Präsentation des Communty Blendrs, das eine stärkere Vernetzung der gesamten Entwickler-Community anstrebt.
Da mein Themenvorschlag mit Ilkers Vorschlag zusammengelegt wurde, bestand der zweite Teil aus einer Diskussion über seine aktuelle Sicht auf die Community und seine Veranstaltungen.
Dabei wurden Consumity, Überangebot und Mainstream angesprochen, aber auch die Tatsache, dass einige Beteiligte in der Community Marketing in eigener Sache machen würden.
Community ist IMO mehr als nur zusammensitzen, diskutieren und lernen. Community ist ein geben und nehmen. Wer viel gibt, bekommt auch was zurück. Meine eigene Community-Arbeit begann im ASP-Forum und wurde auf ASP.NET Zone weitergeführt. Später kam meine eigene Usergroup dazu und jetzt die See# Party. Community-Arbeit hat positive Nebeneffekte die sich nicht vermeiden lassen:
- Starke Vernetzung in der gesamten Community
- Bekanntheit
- Aufmerksamkeit
Diese Effekte führen dazu, das man diese auch (aus-)nutzt. Ob das nun positiv oder negativ ist, ist Sache des Betrachtungswinkels. IMO ist das in den meisten Fällen positiv. Das man diese Effekte ausnutzt, um Marketing in eigener Sache zu machen, ist nicht nur natürlich sondern auch völlig richtig. Auf das richtige Maß kommt es an. Das an diesem Wochenende das falsche Maß gewählt wurde konnte ich definitiv nicht feststellen. Das Open-Spaceler haben mehrfach Themen gewählt, in der die Teilnehmer nur Konsumenten waren. Das ist völlig OK, das ist legitim und richtig. Schließlich sind die Themen gemeinsam angenommen worden. Wenn ein Thema der Community dient oder dienen kann, ist es IMO nicht falsch das auch zu präsentieren.
Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe, welche die Community als günstige Werbeplattform missbrauchen. Aber die kann ich an einer Hand abzählen und die waren am Wochenende definitiv nicht anwesend ;-)
Und letztenendes siegt immer die natürliche Auslese.
Consumity ist ein Thema das immer wieder angesprochen wird, wenn sich Usergroup-Leader treffen. Aber ist das wirklich ein Problem? Ich denke nicht. Ganz im Gegenteil ist es sogar erfreulich und lobenswert, das sich Entwickler aufrappeln in eine Usergroup gehen und sich freiwillig fortbilden. Es gibt immer noch viel zu viele Entwickler, die mit Scheuklappen durch die Gegend rennen und nach 5 Uhr nichts mehr tun.
“Gut ding braucht Weil” Beim .NET-Stammtisch dauerte es allerdings nicht lang, bis der erste Vortrag eingereicht wurde, der nicht von einem Speaker oder Leader gehalten wurde. Wer etwas gibt, bekommt auch was zurück. So geben auch Consumity-Member (was für ein hässlicher Begriff) etwas zurück und wenn das nur die Aufmerksamkeit ist.
Ein Überangebot an Community-Aktivitäten gibt es – wie Ilker gestern angemerkt hat – IMO wirklich nur aufgrund der starken Vernetzung, nur für Community-Macher. Community-Macher und Community-Aktivisten sind diejenigen die es immer schwerer haben auf jede der vielen Veranstaltung zu gehen die oftmals gleich sind. Die starke Vernetzung ignoriert die räumliche Entfernung und möglicherweise auch die Zielgruppe.
Ich bin überzeugt, dass hier der Communty Blendr auch wieder ein stückweit helfen wird a) die Community-Events besser zu verteilen und b) wieder einen richtigen Überblick zu verschaffen.
Ich bin auch überzeugt, das Consumity-Member (der Begriff wird nicht schöner, je öfter man ihn verwendet) das Überangebot nicht oder nicht so stark sehen.
Natürlich wird es einem Community-Aktivisten irgendwann zu viel, wenn dann ein Jürgen Gutsch immer wieder Werbung für die See# Party macht und selbst auf einem anderen Event mit für die See# Party aktiv wird. Das ist Community-Aktivismus, das ist Werbung für eine Community-Sache und (wenn mach ein paar Absätze nach oben schaut) natürlich auch Werbung in eigener Sache. Logisch.
Wie oben gesagt, kommt es auf das Maß an. Allerdings auch auf das Maß der Wahrnehmung.
Die Mainstream-Themen sind ebenfalls gerechtfertigt, zumindest wenn man sich die Zielgruppe einer Veranstaltung vor Augen führt. Wem soll die Veranstaltung dienen? .NET-Entwicklern? Natürlich und diese beschäftigen sich mehrheitlich mit Mainstream-Themen und haben Mainstream-Probleme. Natürlich kommen dadurch solche Themen auf den Tisch. das ist IMO nicht falsch. Kommt der Consumity-Member (jetzt reicht’s dann) auf die Idee Ruby anzuschauen oder Rake zu verwenden? Warum sollte er? Das wir er erst tun, wen er merkt, dass das Herkömmliche nicht mehr ausreicht. So sind Mainstream-Themen für die meisten Community-Aktivisten nicht mehr neu, nicht mehr interessant.
Eine völlig andere und offene Frage ist, was Mainstream in diesem Fall überhaupt ist. Wo fängt es an, wo hört es auf? Ist Mainstream alles das was von Microsoft kommt? Wohl kaum, oder?
Das ist mal kurz die Sichtweise von mir. Nicht mehr und nicht weniger.